Es gibt einen Moment im Montafon, den man nicht planen kann. Draußen liegt der Schnee auf dem Schafboden, die Luft steht still, und du sitzt hinter einer Glasscheibe und schaust hinaus. Kein Handtuchreservieren, keine Aufgusszeiten, keine fremden Leute. Nur du und der Berg.
Warum eine eigene Sauna etwas anderes ist
Die meisten Hotels im Montafon haben einen Wellnessbereich. Das ist schön — und es ist ein Kompromiss. Der Bereich hat Öffnungszeiten. Er ist voll, wenn alle vom Skifahren kommen. Und er ist geteilt.
Eine private Sauna in der eigenen Unterkunft dreht das um. Du gehst hinein, wann du willst: um sieben Uhr früh vor dem ersten Lift, um vier Uhr nachmittags mit kalten Zehen, um zehn Uhr abends, wenn die Kinder schlafen. Du gehst hinaus, wann du willst. Und du gehst in Bademantel und Badeschlapfen zurück ins Wohnzimmer, nicht über einen Hotelgang.
Neun Wohnungen, fünf Arten von Ruhe
Bei uns in Gaschurn haben neun Wohnungen eine eigene Sauna. Sie verteilen sich auf fünf Suiten-Typen — und die unterscheiden sich mehr, als die Quadratmeter vermuten lassen.
Suite M78° Spa — 78 m², Außensauna, großer Südbalkon
Zwei Schlafzimmer, Platz für bis zu sechs Personen, und die Außensauna mit Bergblick auf dem Südbalkon. Das Master-Bedroom hat eine Chillecke mit raumhohen Ausblicken — wer nach dem Saunagang nicht schlafen will, hat hier den besseren Platz zum Wachbleiben.
Penthouse M75° Spa — 75 m², Außensauna, Panoramaterrasse
Das große Ganze: Platz für bis zu sechs Personen, eine Panoramaterrasse mit 21 m² und die Außensauna mitten darauf. Wer nach dem Saunagang in die kalte Luft tritt, steht nicht in einem Innenhof, sondern über dem Tal.
Penthouse M55° Spa — 55 m², Außensauna, Panoramaterrasse
Dieselbe Idee, eine Nummer kompakter. Dachgeschoß mit spektakulärem Weitblick, ebenfalls Terrasse und Außensauna.
Suite M45° Spa — 45 m², Außensauna mit Bergblick
Für bis zu vier Personen, mit 23 m² Terrasse und einer Außensauna, die auf den Schafboden blickt. Das ist die Einheit, in der man abends sitzen bleibt, obwohl die 15 Minuten längst um sind. Von diesem Typ haben wir gleich vier — die häufigste Sauna-Wohnung im Haus.
Suite M45° Comfort — 45 m², Innensauna im Schlafzimmer
Die leiseste Variante: Die Sauna steht im Schlafzimmer. Kein Weg nach draußen, kein Wetter, das dazwischenkommt. Für alle, die im Winter lieber drinnen bleiben.
Sauna und Skitag — die richtige Reihenfolge
Zwei Dinge haben wir von Gästen gelernt, die es besser wissen als wir:
Nicht sofort nach dem letzten Lift. Der Körper ist dann noch im Belastungsmodus. Eine halbe Stunde ankommen, etwas trinken, dann in die Wärme — der Unterschied am nächsten Morgen ist deutlich.
Kürzer als gedacht. Acht bis zwölf Minuten reichen. Danach raus, abkühlen, und wenn überhaupt, ein zweiter Gang. Wer 20 Minuten durchhält, beweist sich etwas und erholt sich weniger.
Was du mitbringen solltest
Wäschepaket und Handtücher sind bei uns dabei. Was erfahrungsgemäß fehlt: Badeschlapfen, ein zweites großes Handtuch zum Draufsitzen, und im Winter etwas, das man über den Bademantel wirft, wenn die Sauna draußen steht.
Wann es am schönsten ist
Ehrlich gesagt: im Nebel. Wenn im Tal die Wolke hängt und man von der Terrasse aus nichts sieht als Grau, dann ist die Sauna kein Zusatz zum Urlaub, sondern der Grund, warum man ihn nicht abbricht. Die klaren Wintertage kann jeder verkaufen. Die Sauna trägt die anderen.
Alle neun liegen 150 m von der Versettlabahn entfernt — nah genug, dass der Weg zurück nach dem Skitag kurz ist, und weit genug weg vom Betrieb.